Auszüge aus 'Schulgeschichte der Volksschule Straubing-Ittling' vom Mai 1985

 

  • In Ittling wird erstmals im Jahr 1704 ein Hans Georg Korbmann als Schulmeister erwähnt.
  • Am Pfingstsamstag, 25. Mai 1841, wurde in der Nacht am Stadel des damaligen Gastwirts Lehner Feuer gelegt, das sich blitzschnell ausbreitete und die Kirche (...) sowie das Schul- und Mesnerhaus in Schutt und Asche legte.
  • Schon im Jahr darauf (1842) wurde ein neues Schulhaus mit zwei Lehrsälen an der gleichen Stelle gebaut. (...) Mit eingebaut wurde die damalige Lehrerwohnung, zu der noch Stall und Scheune gehörten.
  • Der notwendige Bau eines neuen Schulhauses, weil das alte für eine durchschnittliche Schülerzahl von über 150 Kindern viel zu wenig Platz bot, (...).
  • Die Oberklasse der damaligen Schule wurde von 84, die Unterklasse von 70 Kindern besucht.
  • Zudem war das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand. Das Erdgeschoß war durchgehend feucht, die Bedachung sehr schadhaft.
  • Die Königliche Regierung von Niederbayern genehmigte am Heiligen Abend 1874 den Plan des Zimmermeisters Max Scheuerer in Straubing zur Erbauung eines zweistöckigen Schulhauses in Ittling. (...) Das neue Schulhaus, dessen Erbauungskosten sich auf 7999 RM (Reichsmark) beliefen, hatte wiederum nur zwei Säle im Erdgeschoß, den anderen im Obergeschoß.
  • Josef Kumpfmüller, bedeutender Lehrer, Mesner und Organist in Ittling, wirkte von 1891 bis 1906 besonders erfolgreich. Weil er daneben auch noch zwei Gemeindeschreibereien zu 'solcher Zufriedenheit' führte, wurde er zum Ehrenbürger der gemeinde Ittling ernannt, (...)
  • Aus einem 'Visitationsbericht' vom 12.08.1898  
    • Allgemeine Schulverhältnisse: ländlicher Schulbezirk, ohne Industrie, Bevölkerung gleichbleibend, ungeteilte Schule mit 2 Lehrkräften
    • Schulversäumnisse: 1896/97 hatten die Masern geherrscht, 1897/98 gab es 1274 Schulversäumnisse, Übergang über die Aitrach versperrt den Schulbesuch, jetzt ist für Überfuhr bei Hochwasser gesorgt.
    • Geräte und Lehrmittel: Giftpflanzen, Schauabbildungen antiquiert und defekt, Karte von Palästina ist nicht vorhanden
    • Schulgebäude: Wasser aus Pumpbrunnen, Brunnenabdeckung defekt; Aborte aus Holz; Schulbänke: unmodern, aber noch gut erhalten
    • Obstbaumzucht: wird betrieben, Baumschule mit 90 wilden und 80 veredelten Bäumen; Kinder haben Interesse, auch die Bevölkerung, nur getrübt durch Massendiebstahl
  • 1907 musste das Schulgebäude durch den Anbau eines ebenso großen Gebäudes an der Westseite erweitert werden. So entstanden zwei weitere Lehrsäle. Nunmehr standen vier Räume zur Verfügung. Sie dienten in wechselvollen Zeiten bis zum Neubau der heutigen Grundschule im Jahre 1961 als räumlicher Grundstock zur Unterrichtung der Schüler aus dem damaligen Schulsprengel, zu welchem die Nachbarorte Haid, Sand, Asham, Hunderdorf, Rohrhof, Moosdorf, Fruhstorf, Amselfing, Ödmühle, Eglsee und Hofstetten zählten.
  • Im Schuljahr 1939/40 besuchten 271 Schüler die Schule. Sie wurden in 4 Klassen unterrichtet.
  • Wegen Mangels an Brennmaterial musste die Schule vom 22.01.1940-17.03.1940 geschlossen werden.
  • Die Hauptlehrerin Frau Liepert unterrichtete im Schuljahr 1942/43 in den zusammengelegten Jahrgangsstufen 3/4 91 Schülerinnen und Schüler.
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wegen des rapiden Schüleranstiegs ein Teil der Lehrerwohnung in einen Lehrsaal umgebaut.
  • Ab 04.03.1945 wurde das ganze Schulhaus als Altersheim für Rückgeführte aus Niederschlesien benützt. 
  • Am 12.03.1945 wurde das Jugendheim im Pfarrhof als Notschule eingerichtet und Unterricht im ständigen Wechsel der Klassen erteilt, so dass jede Klasse dreimal wöchentlich betreut wurde.
  • Am 21.04.1945 musste auch die Notschule im Jugendheim für obdachlose Evakuierte nach der Bombardierung von Straubing geräumt werden.
  • Am 28.04.1945 marschierten die Amerikaner in Ittling ein. Bis zum Oktober 1945 ruhte der Unterrichtsbetrieb vollständig.
  • Die spürbare Freude nach den schrecklichen Kriegsjahren wurde von schier unüberwindbar erscheinenden Hindernissen getrübt. Zur gewachsenen Not und Armut, zum großen menschlichen Leid gesellte sich das beispiellose Schicksal von Millionen von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen. Diese Gegebenheiten konnten an der Schule nicht spurlos vorübergehen. Lehrer (...) waren gefallen oder noch in Gefangenschaft. Die Schülerzahl wuchs durch den Flüchtlingsstrom sprunghaft an, die meisten Schulen dienten als Notquartiere.
  • Am 01.10.1945 konnte im Schulhaus der Unterricht wieder beginnen. Schulleiter war Rektor Max Sanden; Herr Markgraf, Frau Ammer und Fräulein Hilmer (70 Jahre alt!) unterrichteten die Schüler.
  • 1946 stieg die Schülerzahl auf 400, also wurden 8 Klassen gebildet und die entsprechende Zahl von Lehrern eingesetzt. Darüber wurde akribisch Buch geführt, Lehrerkonferenzen wurden sorgfältig protokolliert:

 

  • Die lebhafte Siedlungstätigkeit im stadtnahen Ittling bewirkte ein schnelles Anwachsen der Bevölkerung. So stieg die Einwohnerzahl von 1961-1969 auf 3133. Um die hohen Klassenstärken den gegebenen Richtzahlen anzupassen, die Unterbringung aller Schüler in einem Schulhaus zu ermöglichen und nach modernen pädagogischen Forderungen arbeiten zu können, entschloss man sich zum Neubau der heutigen Grundschule. Am 22. Oktober 1961 fand die Einweihung unter Anwesenheit der gesamten Bevölkerung und der für unseren Raum bedeutenden Persönlichkeiten statt. Rektor Josef Ebner konnte hocherfreut allen danken.
  • Das neue Haus, das von Architekt Winkler mit einem Gesamtkostenaufwand von 860000 DM erbaut wurde, umfasste 9 Schulräume, 1 Gymnastikraum, 1 Brausebad, 1 Schulküche, 1 Werkraum, 1 Schulleiter- und 1 Lehrerzimmer sowie die nötigen Abstellräume und Klosettanlagen.
  • Im Schuljahr 1969/70 wurde die Volksschulpflicht auf 9 Jahre erweitert. Die Schüler von kleinen Nachbarschulorten kamen nach Ittling. Die äußeren Gegebenheiten waren Anlass genug, mit einem weiteren Bauabschnitt - der heutigen Hauptschule - der misslichen Schulraumnot zu begegnen. Der Einsatz von Schulbussen mit all seinen Problemen war notwendig geworden.
  • Mit der Einweihung des Hauptschulgebäudes am 08.11.1970 konnten auch eine moderne Sporthalle, Arzt-, Dusch-, Umkleide- und Sportlehrerraum in Betrieb genommen werden. Der neue Schulkomplex umfasste 7 Lehrsäle, 3 Kursräume, 4 Gruppenräume, 2 Lehrmittelzimmer, 1 Physikraum, 1 Schulleiterzimmer, 1 Lehrerzimmer, (...)
  • Nach der Eingemeindung von Ittling in den Stadtbereich Straubing bei der Gebietsreform 1972 wurde die Schule auch dem Staatlichen Schulamt in der Stadt Straubing unter Leitung von Schulamtsdirektor Remiger unterstellt. Gleichzeitig wurde mit Rechtsverordnung der Regierung von Niederbayern vom 28.06.1972 je eine selbständige Grund- und Hauptschule errichtet.
  • Da die Zahl der Klassen in der Grund- und Hauptschule zeitweise auf 21 anstieg, erwies sich das Schulhaus mit beiden Neubauten bald als zu klein. Nebenräume wurden umgestaltet, Gruppen- und Fachräume wurden als Klassenzimmer genutzt.
  • Im Schuljahr 1974/75 stieg die Schülerzahl an der Grund- und Hauptschule zusammen auf 714! Im Schuljahr 1984/85 war sie bereits wieder auf 439 gesunken.